Was bedeutet unser Familienname?

WOELKY, WOELKI, WOELKE, WÖLKY, WÖLKI, WÖLKE, WÖLK, VÖLKI, WELCKI, WELCK, WELK, WELKE, WELKI, VELCKI, VELKE, VELCK, VELCH, WOELCK

Unser Name ist pruzzischen Ursprungs und war in Ostpreussen in allen sozialen Schichten verbreitet. Die Schreibweisen variierten sehr stark. Auch entwickelte sich der Name in den einzelnen ostpreußischen Regionen zeitlich unterschiedlich. So lebten Anfang des 17. Jahrhunderts viele Schreibweisen gleichzeitig in einer Region und damit war es nicht immer leicht, Stammeslinien zu verfolgen.

Santoppen: "....1486 uebernimmt Andreas Hoffmeyster 1 Hufe des Duenkir und Jakob Newman 1 Hufe der Wylkische, wofuer sie 1488 u. 1489 den halben, ab 1490 den ganzen Zins zu zahlen haben. ..."

Packhausen: "... L[ocatio mansorum] 1526 vermerkt zum 23.November 1525: Bartholomaeus Velke nimmt zu seinen 4 Hufen 3 andere wueste Hufen hinzu und hat sie innerhalb von 3 Jahren zu besetzen; als Beihilfe erhaelt er 2 1/4 mr.; von 1530 ab beginnt die Zinszahlung. ..."

Schmauch, Hans: Die Wiederbesiedlung des Ermlandes im 16. Jahrhundert. Zeitschrift fuer die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, 23.Bd. Braunschweig 1929, S. 650 u. S.717


These 1

In alten preußischen (pruzzischen) Wörterbüchern steht   Wola, Wolka = freies Bauerngut

Im Ermland tragen drei Dörfer den Namen Wölk(en). Das eine liegt südwestlich von Mehlsack, wo die Walsch in die Passarge mündet, das andere liegt bei Glottau südl. von Guttstadt. Und dann gibt es noch den Ort  Wölka bzw. Adl. Wölka. Er liegt an der Bahnstrecke Seeburg - Heilsberg. In der Nähe all dieser Orte finden wir unsere Namensträger und auch unsere Vorfahren.

Der Name dieser Orte rührt m.E. aus der altpreußischen Bezeichnung Wola, Wolka für "freies Bauerngut" her. Es waren nie Dörfer, sondern stets Gut-ähnliche Anlagen, weit außerhalb der Siedlungsdörfer; wahrscheinlich waren es einmal freie Bauerngüter, die jene Preußen (zu preußischem Recht) erhielten, die sich um den Deutschen Orden verdient gemacht hatten. Sie waren das preußische Gegenstück der deutschen Kölmer, die noch ein paar Rechte mehr hatten. Ein Wolk(e) war also einer, der eine Wolka besaß.

In der Zeit, da das Ermland ein integraler Bestandteil Polens war (1466-1772), wurden viele deutsche und preußische (pruzzische) Namen polonisiert. Das geschah nicht unter Zwang, sondern mehr aus einer Zeitmode heraus. Wenn führende Familien sich an ihren Namen ein -ki oder -ski anhängten, so hielten es die unteren Schichten für richtig, es ihnen gleich zu tun. Seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts schmückt auch dieses Anhängsel unseren Namen, mal als -i und mal als -y.

Eine interessante Abhandlung über die Bedeutung  von Suffixen (Nachsilben) in slawischen Familiennamen hat Werner Zurek erstellt.

In Preußen wurde erst 1822 durch Allerhöchstes Königliches Rescript   "Über die Versteinerung der Namen" die willkürliche Vertauschung der Vornamen oder Änderungen der Schreibweise der Familiennamen untersagt . Derartige Änderungen waren im 17. und 18. Jahrhundert nicht ungewöhnlich und bereiten heute dem Genealogen oft große Schwierigkeiten. Unser Name WOELKI(Y) wurde um 1800 VELCKI um 1750 WELKI und davor WELK oder VELK geschrieben. 1650 finden wir aber auch schon die Schreibweise WOELCK.
WOELKI von Wola, Wolka = freies Bauerngut


These 2

Es gibt in alten slawischen Sprachen die Worte:
velicki
oder noch früher velj = groß, gewaltig, berühmt
und wjelk, wilkis = Wolf

Wie schon mein Vater bemerkte, ist aufgrund von Aussehen und gewissen Eigenarten das pruzzische Wesen in unseren Familien vorhanden.
Besonders im Ermland gab es  Ortsnamen, die vom pruzzischen Namen Wilkis hergeleitet waren: Wilknitt, Wilkenflys, Wilkekaymen, Wilkenlauken u.a.

WOELKI über WELK von velj - wjelk - wilkis = groß, gewaltig - Wolf


Ob nun unser Name ein "Herkunfts-" oder "Wohnstättenname" ist (z.B. aus dem Ort Wölk),
oder aber ein "Berufsname" ist (der eine Wolka besaß),
oder aber ein "Übername" ist (groß, Wolf), wird wohl für alle Zeiten offen bleiben.


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